Schläger & Ausrüstung

Blade V10 mit 16×19 oder 18×20? Entscheidend ist die Flugkurve.

„Mehr Kontrolle“ sagt wenig, solange das gewünschte Ballverhalten offenbleibt. Beginnen Sie bei den offiziellen Daten und vergleichen Sie dann Ihre Schläge im Ballwechsel, beim Angriff und in der Defensive.

Ein früherer Wilson Blade 98 18×20 mit roten Saiten und weißem Griffband auf einer Holzfläche
Ein Wilson Blade 98 18×20, fotografiert im Februar 2014. Archivaufnahme einer früheren Generation; kein Blade V10 und kein für diesen Artikel getesteter Schläger.Gleb Losev · CC BY-SA 3.0 · JPEG

Wer „mehr Kontrolle“ sucht, kann nach dem Probeschlagen mit beiden Blade-Saitenmustern zufrieden sein. Dem einen gefällt ein Ball, der das Netz mit genügend Abstand überquert und tief im Feld landet. Der andere möchte bei der angreifenden Vorhand eine flachere, direktere Flugbahn. Beide nennen ihr bevorzugtes Ergebnis Kontrolle. Deshalb hilft dieses Wort allein bei der Wahl zwischen Blade 98 V10 16×19 und 18×20 kaum weiter. Entscheidend ist, welche Flugkurve Sie mit Ihrem normalen Schwung verlässlich wiederholen können.

Wilsons japanische Produktseiten machen diesen Vergleich auf dem Papier besonders reizvoll. Beide nennen einen Kopf von 98 Quadratzoll, ein Gewicht von 305 g, eine Balance von 32,0 cm und eine Länge von 27 Zoll. Das Saitenmuster wechselt von 16 Längs- und 19 Quersaiten auf 18 Längs- und 20 Quersaiten. Das ist ein klarer Ausgangspunkt. Es beweist aber weder, dass sich zwei Testschläger identisch schwingen, noch, dass eines der Muster automatisch zum besseren Spieler passt.

Welche offiziellen Angaben übereinstimmen

Angaben auf den für diesen Artikel eingesehenen Produktseiten von Wilson Japan. Es handelt sich um Herstellerangaben, nicht um Messungen an zwei besaiteten Testschlägern. Einen weltweiten Verkaufsstart belegten die regionalen Seiten nicht.
HerstellerangabeBlade 98 V10 16×19Blade 98 V10 18×20
Kopfgröße98 Quadratzoll98 Quadratzoll
Gewicht305 g305 g
Balance32,0 cm32,0 cm
Länge27 Zoll27 Zoll
Rahmenprofil21,5–20,5 mm21,5–20,5 mm
Saitenmuster16 längs × 19 quer18 längs × 20 quer

Die Produktseiten beschreiben außerdem Turbo Taper, eine überarbeitete StableFeel-Konstruktion, X-LOOP und FORTYFIVE. Dabei handelt es sich um Wilsons Erläuterungen zum Aufbau und die damit verbundenen Leistungsversprechen. Unabhängige Vergleichsmessungen der beiden V10 zu Spin, Abflugwinkel oder Ermüdung liefern sie nicht. Auch dieselbe Angabe von 305 g garantiert kein gleiches Schwunggewicht: Es kommt darauf an, wo die Masse sitzt. Saiten und Zubehör am fertig ausgestatteten Testschläger gehören deshalb zum Vergleich.

Eine für den Kauf wichtige Angabe sollte von der Diskussion über das Spielverhalten getrennt bleiben. Beim Abruf war das Erscheinungsdatum auf den japanischen Seiten noch offen. Eine Seite mit technischen Daten belegt weder die Verfügbarkeit in jeder Region noch einen bereits erfolgten weltweiten Verkaufsstart. Prüfen Sie das lokale Angebot gesondert. Hier geht es um das Verständnis der beiden aufgeführten Varianten, nicht um eine weltweite Markteinführung, die sich aus einer regionalen Produktseite ableiten ließe.

Zählen Sie die Saiten — und betrachten Sie die Zwischenräume

Die Bezeichnung des Saitenmusters nennt eine Anzahl, bildet aber nicht jeden Abstand ab. Besonders wichtig ist die Verteilung im üblichen Treffbereich, denn dort begegnet der Ball den Saiten. Zwei Schläger mit derselben Saitenzahl müssen ihre Saiten nicht identisch verteilen. Beim Blade-Vergleich fällt durch die gleich angegebene Kopfgröße ein offensichtlicher Unterschied weg. Vollständige Beschreibungen der Schlagfläche werden 16×19 und 18×20 dadurch trotzdem nicht.

Warum das wichtig ist, zeigt Crawford Lindseys TWU-Studie „Spin and String Pattern“, die 2010 erschien und 2011 aktualisiert wurde. Neben Schlägern kam eine eigens gebaute Saitenvorrichtung zum Einsatz. Die Saitenanordnung wurde verändert, anschließend wurden Spin und Winkel des abprallenden Balls betrachtet. Eine aufschlussreiche Anordnung enthielt insgesamt mehrere Quersaiten, ließ am Treffpunkt aber eine große Lücke frei. Ihr Verhalten verdeutlichte, weshalb die Gesamtzahl der Saiten wenig über den Abschnitt aussagen kann, auf den der Ball tatsächlich trifft.

Die Versuche liefen bei niedrigen Geschwindigkeiten. An der Vorrichtung lag die Aufprallgeschwindigkeit ungefähr zwischen 2 und 5 m/s; niedrige Saitenspannungen sollten Bewegungen sichtbar machen. Die Arbeit verglich keine Blade-V10-Modelle. Bei den Schlägervergleichen unterschieden sich zudem Material und Spannung, worauf der Autor ausdrücklich hinwies. Nutzen Sie die Studie zum Verständnis eines Mechanismus: Saitenabstände und das Zusammenspiel der Saiten können den Abprall verändern. Daraus folgt weder ein zugesicherter Spin-Vorsprung für den Blade 16×19 in Umdrehungen pro Minute noch ein gemessener Präzisionsvorteil des 18×20.

Ein Wilson-Blade-98-Rahmen hinter einem roten Wilson-Clash-100-Rahmen auf hellem Untergrund
Ein Blade 98 und ein Clash 100, fotografiert im August 2022. Archivaufnahme früherer Generationen; keiner der beiden wird als V10-Testschläger gezeigt. Ein Modellname auf dem Rahmen ersetzt keine Messung der vollständigen Ausstattung eines Testschlägers.Jjanhone · CC BY-SA 4.0 · JPEG

Mehr Abstand zum Netz bedeutet nicht automatisch mehr Spin

Ein Ball kann die Besaitung in einem höheren Winkel verlassen, ohne anschließend so stark abzusinken, wie Sie es erwartet haben. Abflugwinkel und Spin wirken beide auf die Flugbahn, sind aber keine austauschbaren Beobachtungen. Wer nur auf die Höhe über dem Netz achtet, begeht leicht den bekannten Fehler: Ein höherer Abflug wird als mehr Spin bezeichnet, und der nächste Angriffsball landet überraschend hinter der Grundlinie. Beobachten Sie neben dem Abflug auch den Landepunkt.

TWU erklärt, wie seitliches Dehnen der Längssaiten und ihre rechtzeitige Rückbewegung ein spinförderndes Drehmoment erzeugen können. Eine offene Stelle kann dem Ball helfen, eine Längssaite zu erfassen. Diese muss sich aber bewegen und zurückkehren, solange der Ball noch Kontakt mit ihr hat. Reibung, Treffpunkt und die aufgezogene Saite sind Teil dieses Vorgangs. Die Studie belegt keine allgemeine Regel, nach der die niedrigste Spannung stets den meisten Spin erzeugt. Ein Schlagwort wie „Spin-Saitenmuster“ reicht daher als Grundlage für den Kauf keines der beiden Blades aus.

Beginnen Sie beim Probeschlagen mit der Flugkurve, über die Sie einen Punkt aufbauen. Braucht Ihr normaler Rallyball viel Luft über dem Netz, prüfen Sie, ob Sie diesen Abstand halten und trotzdem tief landen können, ohne ständig die Schlagfläche zu korrigieren. Beruht Ihr Angriff darauf, einen kürzeren Ball druckvoll zu durchschlagen, prüfen Sie, ob dieselbe Kombination Ihre gewohnte Beschleunigung zulässt. Das sind Fragen für das Probeschlagen, keine hier behaupteten Ergebnisse für einen der beiden V10.

Vergleichen Sie zuerst nicht das Alter zweier Besaitungen

Ein frisch mit Produkt A besaiteter 16×19 gegen einen stark gespielten 18×20 mit Produkt B ist ein Vergleich vollständiger Ausstattungen. Er kann eine Vorliebe offenlegen, isoliert aber nicht das Saitenmuster. Notieren Sie vor einem Urteil deshalb für beide Schläger Saitenmodell, Durchmesser, bestellte Spannung und ungefähre Nutzung. Gleichen Sie die offensichtlichen Größen möglichst an und halten Sie fest, was sich nicht angleichen lässt.

Dieselbe Saite mit derselben bestellten Spannung ist ein sinnvoller Einstieg, garantiert jedoch keine identische Saitenbettsteifigkeit. Schließlich unterscheiden sich die Muster selbst. Deshalb kann sich nach dem ersten Vergleich eine weitere Abstimmung lohnen: Sie passen dann jeden Schläger an eine für ihn sinnvolle Kombination an. Trennen Sie die beiden Schlussfolgerungen. „Nach der Abstimmung gefiel mir dieser Rahmen besser“ ist aussagekräftiger als ein angeblicher Sieg des Saitenmusters unter identischen Bedingungen, wenn diese Bedingungen gar nicht vorlagen.

Stellen Sie beide Schläger vor dieselben drei Aufgaben

  • Den Punkt aufbauen: Spielen Sie mit Ihrem normalen Schwung cross auf ein tiefes Ziel. Notieren Sie den angenehm erreichbaren Abstand zum Netz und die Länge des Balls.
  • Den Punkt verändern: Greifen Sie einen kürzeren Ball an. Prüfen Sie, ob die Flugkurve beherrschbar bleibt, wenn Sie beschleunigen, statt den Ball nur zu führen.
  • Im Punkt bleiben: Blocken Sie einen schnellen Ball beim Return oder verteidigen Sie aus der Bewegung. Beobachten Sie, ob Sie auch bei kurzer Vorbereitung genügend Länge erreichen.

Diese Situationen sind Vorschläge für Ihren Schlägervergleich, kein für diesen Artikel durchgeführtes Testprogramm. Beziehen Sie nach Möglichkeit Vorhand und Rückhand ein. Eine spektakuläre Vorhand sollte einen ständig zu kurz geratenen Return nicht aus den Notizen verdrängen. Ebenso wenig sollte ein früher Fehler hinter die Grundlinie eine Kombination disqualifizieren, bevor Sie ihre übliche Flugkurve verstanden haben. Es zählt das Zusammenspiel der Eigenschaften über einen Punkt hinweg.

Formulieren Sie Ihre Notizen konkret. „Der neutrale Ball überquerte das Netz mit angenehmem Abstand, bei Angriffen auf kurze Bälle musste ich die Schlagfläche aber ständig schließen“ sagt mehr als „zu viel Power“. „Den Angriffsball konnte ich leicht platzieren, meine Rückhand aus gestreckter Position blieb ohne zusätzlichen Einsatz jedoch zu kurz“ sagt mehr als „tolle Kontrolle“. Solche Notizen schreiben einem Saitenmuster keinen Charakter zu. Sie beschreiben, was Sie aufbringen müssen, um den gewünschten Ball zu spielen.

Wiederholen Sie den Vergleich später, wenn der Schläger nicht mehr neu und die Beine weniger frisch sind. Das ist kein klinischer Ermüdungstest und liefert keine Laborpräzision. Es kann dennoch zeigen, ob die bevorzugte Flugkurve auch bei unvollkommener Vorbereitung erreichbar bleibt. Beachten Sie außerdem die konkreten Testexemplare: Fühlt sich eines beim Schwingen deutlich anders an, sollten fertig ausgestattetes Gewicht und Balance sowie, falls messbar, das Schwunggewicht geprüft werden, bevor alle Unterschiede den Saiten zugeschrieben werden.

Ein 18×20 macht Sie nicht zum Spieler einer höheren Klasse, und ein Topspin-Spieler ist nicht zum 16×19 verpflichtet. Die bessere Wahl lässt Sie den Punkt mit einer wiederholbaren Flugkurve aufbauen, angreifen und verteidigen. Dazu gehört eine Besaitung, die Sie dauerhaft reproduzieren können. Die offiziellen Daten grenzen die Auswahl ein. Welcher Blade in Ihre Tasche gehört, entscheidet der Ball, den Sie immer wieder spielen können.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Wilson Japan — BLADE 98 16X19 V10 Tennis Racket Frame
  2. Wilson Japan — BLADE 98 18X20 V10 Tennis Racket Frame
  3. Tennis Warehouse University — Spin and String Pattern

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