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Hyeon Chungs Rückkehr nach Seoul: Wildcards und Verantwortung im Team

Auf den Neustart im Doppel und ITF-Titel folgten neue Entscheidungen über Einladungen im eigenen Land und Verantwortung im Nationalteam. Die Qualifikation in Seoul stellt die nächste Einzelaufgabe.

Hyeon Chung mit weiß gerahmter Brille hält seinen Schläger aufrecht
Wimbledon-Qualifikation am 26. Juni 2023: Chung im Jahr seines Neustarts im Einzel.si.robi · CC BY-SA 2.0 · JPEG

Nach seinem Sieg gegen Clément Chidekh am 23. April 2026 in Gwangju erklärte Hyeon Chung, dass er die koreanischen Challenger in Busan und Gwangju ursprünglich hatte auslassen wollen. Die Wildcards im eigenen Land sollten jüngeren Spielern zugutekommen; er selbst wollte stattdessen in Wuning antreten. Eine Veränderung seines körperlichen Zustands und des Reiseplans führte ihn früher nach Hause. Schließlich nahm er eine späte Einladung nach Gwangju an. Sein Comeback verlangte damit nicht nur Entscheidungen über den nächsten Ball, sondern auch darüber, welche Gelegenheit er nutzen sollte.

Diese Entscheidung ist ein hilfreicher Ausgangspunkt für Chungs nächsten Auftritt in Seoul. Im September half er Korea erstmals ins Final 8 des Davis Cup. Einen Monat später soll er bei den Seoul Open in der Qualifikation beginnen. Ein Einzelplatz im Nationalteam und ein Hauptfeldplatz bei einem Einzelturnier werden auf unterschiedliche Weise vergeben. Beides nur am Ruf des früheren Australian-Open-Halbfinalisten zu messen übersieht die Entscheidungen, die er heute trifft.

Jede Rückkehr hatte einen anderen Ausgangspunkt

Viele Fans verbinden Chung weiterhin mit dem Next-Gen-Titel 2017, dem Halbfinale der Australian Open 2018 und seiner höchsten Weltranglistenposition 19. Diese Erfolge prägten die Erwartungen bei seiner Rückkehr nach langer Pause. Die Auswahl des ersten Turniers stellte jedoch eine andere Frage. Vertraute Umgebung, Einzel oder Doppel und die Bereitschaft zum Wettkampf spielten jeweils eine Rolle. Das Wort „Comeback“ umfasste mehrere Entscheidungen statt einer einzigen festen Startlinie.

Chung bewegt sich 2015 in Wimbledon seitlich und bereitet eine Vorhand vor
Wimbledon am 29. Juni 2015: Anzeigetafel und Chungs Bewegung mit dem ganzen Körper ordnen das Bild einer früheren Phase seiner Grand-Slam-Karriere zu.Carine06 · CC BY-SA 2.0 · JPEG

Vor den Korea Open 2022 sagte Chung Yonhap, er habe das Doppel gewählt, um sich in dieser Woche nicht zu stark zu belasten. Auch die Rückkehr in die vertraute heimische Umgebung sprach dafür. Nach der Rehabilitation wieder vor Publikum zu spielen und ein Einzelprogramm aufzunehmen waren zwei unterschiedliche Entscheidungen. Der Doppelauftritt gab dem Neustart einen begrenzten Umfang, passend zu dem, was er damals versuchen wollte.

Im Einzel kehrte er am 26. April 2023 gegen Jordan Thompson beim Seoul-Open-Challenger zurück. Korea.net beschrieb es als sein erstes Einzel seit September 2020, nach 31 Monaten Pause. Dieser Unterschied erklärt, warum sowohl 2022 als auch 2023 von einer Rückkehr berichtet wurde: Zuerst kam das Doppel, dann begann wieder das Einzel. Die Disziplin zum Datum zu nennen erklärt den Weg besser, als eine der Schlagzeilen für das gesamte Comeback zu nehmen.

2025 folgten Ergebnisse auf ITF-Ebene. Chung besiegte Giles Hussey im Finale des M25 Bali mit 6:1, 6:2 und holte laut ITF seinen ersten Titel seit mehr als fünf Jahren. Im März folgte auf ein Finale beim M25 Luan der Titel beim M15 Nishi-Tokyo ohne Satzverlust. Das waren Erfolge innerhalb des ITF-Wettbewerbs. Ihr Wert liegt darin, Turniere auf diesem Niveau abzuschließen und sich weitere Matches zu erarbeiten. Die früheren Grand-Slam-Ergebnisse liefern den Hintergrund, ersetzen aber nicht den aktuellen Maßstab.

Auch den Umgang mit einer Führung überdachte er

Gegen Argentinien verlor Chung im Februar 2026 das erste Einzel gegen Thiago Agustín Tirante mit 6:2, 5:7, 6:7(5). Der Verband berichtete von zehn Doppelfehlern, davon fünf im zweiten Satz. Chung hatte den ersten Satz gewonnen und im nächsten früh ein Break erzielt. Seine Fähigkeit, lange Ballwechsel zu bestreiten, konnte jedoch erst greifen, wenn er den Punkt eröffnet hatte. Die Aufschlagprobleme veränderten die Bedingungen dieses Beginns.

Auch im entscheidenden Tiebreak führte Chung an diesem Tag mit 3:2 und einem Mini-Break. Danach verlor er beide Punkte bei eigenem Aufschlag und schließlich den Tiebreak 5:7. Nach der Führung gelang es ihm in dieser konkreten Situation nicht, die nächste Aufschlaggelegenheit zu nutzen. Für Fans, die sich an seine Rückhand in Bestform erinnern, ist deshalb genauer zu fragen, welche Fortsetzung sein heutiger Aufschlag ermöglicht.

Am nächsten Tag, beim Stand von 2:2 in der Begegnung, besiegte er Marco Trungelliti mit 6:4, 6:3. Das Verbandsinterview hielt diesmal nur einen Doppelfehler fest. Chung erklärte, er habe den ersten Aufschlag ins Feld bringen und anschließend den Punkt gestalten wollen, mit gelegentlichen Netzangriffen statt der Suche nach Assen. Die Gegner waren unterschiedlich, doch seine beschriebene Anpassung war konkret: weniger Gewicht auf den direkten Aufschlagpunkt legen und nach dem gültigen Aufschlag weitere Möglichkeiten entwickeln.

Dieses Zusammenspiel erweitert die vertraute Beschreibung Chungs als Defensivspieler. Im Ballwechsel zu bleiben setzt einen brauchbaren ersten Ball voraus. Einen Aufschlag lediglich ins Feld zu schieben kann dem Rückschläger allerdings einen bequemen Rhythmus geben. Chung verband seine Erklärung zum Punktbeginn mit einer Veränderung seiner eigenen Position. Er musste nicht jeden Austausch von derselben Stelle an der Grundlinie bestreiten.

Auch nach dem Sieg beschrieb Chung fehlenden Matchrhythmus und mangelndes Selbstvertrauen, besonders wenn er führte und der Gegner freier spielte. Das war seine eigene Schilderung einer aktuellen Wettkampfschwierigkeit. Der Sieg am zweiten Tag gelang, während er noch an diesem Problem arbeitete. Er zeigte damit, dass er in einem Druckmatch Verantwortung übernehmen konnte, erklärte aber nicht sämtliche Teile seines Spiels für wiederhergestellt.

Entscheidungen unter unterschiedlichen Bedingungen
StationBedingungenWahl oder ErgebnisWorauf zu achten ist
Seoul, Doppel 2022Lange WettkampfpauseIn dieser Woche nur DoppelBegrenzter Umfang des Neustarts
Seoul, Einzel 202331 Monate ohne EinzelRückkehr gegen ThompsonAndere Disziplin
ITF-Turniere 2025Einzelergebnisse wieder aufbauenTitel in Bali und Nishi-TokyoErfolg auf dem aktuellen Niveau
Davis Cup, Februar 2026Aufschlagprobleme bei einer NiederlageAm nächsten Tag Aufschlag und Netzspiel variierenAnpassung des Matchplans
Gwangju, April 2026Veränderter Kalender und körperlicher ZustandSpäter Start per WildcardZeitpunkt und Vorbereitung
Davis Cup, September 2026Für das Einzel ausgewähltSieg nach Rückstand gegen NagalEine Teamaufgabe erfüllen
Chung hält im gelben Trainingsshirt den Schläger mit beiden Händen
Chung beim Training am 1. August 2018. Das Foto zeigt die Vorbereitung, kein Hauptfeldmatch.JC · CC BY-SA 2.0 · JPEG

Die Wildcard für Gwangju bedeutete eine Planänderung

In Gwangju erklärte Chung, er hätte ursprünglich direkt ins Hauptfeld von Wuning kommen können. Die koreanischen Einladungen wollte er jüngeren Spielern überlassen und erinnerte sich dabei an die Chancen, die er selbst als junger Spieler erhalten hatte. Seine eigenen Startmöglichkeiten und die der nächsten Generation gehörten beide zu seinen Überlegungen. Eine heimische Wildcard war ein möglicher Weg, aber nicht automatisch seine erste Wahl.

Dann änderten sich die praktischen Bedingungen. Nach seiner Aussage brachte ihn ein körperliches Problem etwa zwei Wochen früher als geplant nach Hause. Für Busan blieb zu wenig Vorbereitungszeit, Gwangju erschien dagegen möglich, weshalb er das Turnier kontaktierte. Die ursprüngliche Präferenz und die spätere Annahme reagierten auf unterschiedliche Bedingungen. Entscheidend war, welches Turnier zu der Vorbereitung passte, die er nach der Heimkehr tatsächlich leisten konnte.

Mit 7:5, 7:5 gegen Chidekh erreichte er das Viertelfinale von Gwangju. Seine größte Freude sei gewesen, ein weiteres Match vor koreanischen Fans spielen zu können. Am 3. Mai besiegte er anschließend Kasidit Samrej im Finale des M25 Nakhon Pathom mit 6:4, 6:2 und gewann seinen ersten Titel 2026. Der Weg führte von einem heimischen Challenger zu einem ITF-Turnier im Ausland. Chung wählte Möglichkeiten auf verschiedenen Ebenen, statt nur auf eine größere Bühne zu warten.

Im Interview in Gwangju ging es auch um sieben Breakbälle, denen er bei 6:5 im ersten Satz gegen Chidekh gegenüberstand. Chung sagte, er habe die Möglichkeit eines Tiebreaks akzeptiert und versucht, gelassen zu bleiben. Gegen Ende des zweiten Satzes dachte er außerdem daran, dass bei einer Tiebreakniederlage noch ein dritter Satz bliebe. Nachdem er im Februar die Anspannung bei eigener Führung beschrieben hatte, sprach er nun über Chancen, die auch bei einem längeren Weg zum Abschluss bestehen blieben.

Sein Verein gehörte ebenfalls zu diesem Rahmen. Im selben Aprilinterview erklärte Chung, seine erste Saison beim Team der Stadt Gimpo gebe ihm Stabilität. Er trainiere mit den Teamkollegen, wenn deren Turnierpläne es zuließen. Das erweitert den Blick auf das Comeback über persönliche Beharrlichkeit hinaus. Mögliche Turniere, Vorbereitungszeit und Trainingspartner gehören zu den Arbeitsbedingungen hinter einem Ergebnis.

Die Nationalteamaufstellung beantwortete eine andere Frage als die Meldeliste

Vor der Septemberbegegnung mit Indien wurde Trainer Jong-sam Jeong gefragt, warum er Chung statt Seongchan Hong ausgewählt hatte. Er verwies auf Chungs Beitrag zum Erreichen dieser Runde, dessen Erfahrung und seine eigene Einschätzung, Chung könne in dieser Begegnung besser abschneiden. Zulassungsverfahren für Einzelturniere und Teamaufstellungen dienen unterschiedlichen Zwecken: Das eine regelt den Zugang zu einem Turnier, das andere verteilt Aufgaben gegen konkrete Gegner. Der Trainer machte seine Überlegungen öffentlich.

Das Match musste Chung dennoch auf dem Platz lösen. Gegen Sumit Nagal verlor er am 18. September den ersten Satz 2:6 und lag im zweiten 3:4 zurück. Im Verbandsinterview erklärte er, frühe Fehler hätten ihm geschadet; anschließend habe er versucht, Ballwechsel aufzubauen, statt Gewinnschläge zu suchen. Sein Ruf drehte den Spielstand nicht um. Nach dem schwachen Beginn zu einer kontrollierbaren Aufgabe zurückzufinden war Teil seiner Antwort.

Die Aufholjagd verlief nicht ohne weitere Unterbrechung. Chung gewann den zweiten Satz 6:4, sah dann aber eine 4:1-Führung im Entscheidungssatz bis zum 4:4 verschwinden. Laut Verband eröffnete er das letzte Returnspiel mit Rückhand- und Vorhandpassierbällen und gewann schließlich 2:6, 6:4, 7:5. Ballwechsel aufzubauen schloss weiterhin ein, eine passende Chance anzugreifen, wenn der Gegner ans Netz kam. Geduld und die Fähigkeit, einen bestimmten Austausch abzuschließen, unterstützten sich.

Chung streckt den linken Arm aus, während er auf Hartplatz eine Vorhand vorbereitet
Citi Open am 1. August 2018: Chung bei der Vorhandvorbereitung im Hartplatzwettbewerb.JC · CC BY 2.0 · JPEG

Korea Tennis Association TV stellt offizielles Material des Matches gegen Nagal bereit. Zusammen mit dem Bericht und Chungs Aussagen lässt sich daran untersuchen, wie sich der Aufbau eines Ballwechsels davon unterscheidet, jeden Ball auf dieselbe Weise zurückzuspielen. Ein Gegner, der hinten bleibt, stellt andere Aufgaben für den nächsten Schlag als einer, der vorrückt. Diese Entscheidungen sind ein sinnvoller Beobachtungsschwerpunkt im Video.

Chung–Nagal: official 2026 Davis Cup videoKorea Tennis Association TV zeigt das zweite Einzel der Begegnung Korea–Indien. Das Video ergänzt Chungs Erklärung zum Aufbau der Ballwechsel und die im Bericht beschriebenen Passierbälle.대한테니스협회TV · Auf YouTube ansehen ↗Mit einem Klick wird der YouTube-Player geladen.

Am nächsten Tag änderte sich die Rolle erneut. Bei der Pressekonferenz am 19. September sagte Chung, Hong habe sich nach einem körperlichen Problem Chungs im vorherigen Match auf das letzte Einzel vorbereitet. Korea gewann durch Kwons Sieg jedoch schon 3:1, bevor dieses Match nötig wurde. Ein entscheidender Erfolg und die Verantwortung für jedes folgende Match sind unterschiedliche Erwartungen. Einen weiteren Spieler bereitzuhalten gehörte ebenfalls zur Fähigkeit des Teams, die Begegnung zu gewinnen.

Die Qualifikation in Seoul ist die nächste Einzelaufgabe

Die Seoul Open finden vom 25. Oktober bis 1. November als ATP Challenger 125 im Olympic Park Tennis Center statt. Yonhaps Turnierankündigung vom 12. Oktober zufolge benötigt Chung zwei Siege in der Qualifikation am 25. und 26. Oktober, um das Hauptfeld zu erreichen. Der dort genannte Rang 558 gehört zum Zeitpunkt dieser Ankündigung. Auf einen erfolgreichen Nationalteamauftritt folgt damit erneut ein individueller Wettbewerb um den Zugang.

Für Zuschauer, die einen Besuch planen, ist dieser Unterschied wichtig. Wer nur den Beginn des Hauptfelds betrachtet, könnte Chungs erstes Match verpassen. Eine angekündigte Qualifikationsteilnahme liefert umgekehrt weder Gegner noch Anfangszeit. Stand 20. Oktober verwies die offizielle Zeitplanseite weiterhin auf eine spätere Bekanntgabe. Erst Qualifikationsauslosung und Tagesansetzung klären die tatsächliche Teilnahme, den Gegner und den Platz. Die Qualifikation ist der erste Wettbewerb der Woche und hat eigene Folgen.

Verfolgen Sie Chungs Weg in Seoul schon ab dieser ersten Zugangsstufe. Sobald er spielt, geht es darum, welche günstige Position sein Aufschlag vorbereitet und wann aus einem geduldigen Ballwechsel eine Gelegenheit zum Netzangriff oder Passierball wird. In Gwangju passte er seine Turnierwahl veränderten Umständen an, im koreanischen Team veränderte er Entscheidungen innerhalb einer zugewiesenen Rolle. Die Seoul-Qualifikation bringt die nächste konkrete Matchaufgabe für einen Spieler, der beide Erfahrungen mitnimmt.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Korea Tennis Association — Chung on Gwangju scheduling, wildcards and his return
  2. Korea Tennis Association — Chung loses opening Argentina singles after leading
  3. Korea Tennis Association — Chung and coach Jung after Korea’s Argentina victory
  4. Korea Tennis Association — Korea’s selection and court plans before the India tie
  5. Korea Tennis Association — Chung wins three-hour match against Nagal
  6. Korea Tennis Association — Chung explains his response during the India match
  7. Korea Tennis Association — Korea’s post-tie interviews after reaching the Final8
  8. Korea Tennis Association — Chung and Lee win ITF titles in Thailand
  9. Yonhap News Agency — Chung prepares to return after a two-year absence
  10. Tennis.com — Chung returns from a two-year injury lay-off in Seoul
  11. Korea.net — Chung returns to singles after31months
  12. ITF — Chung finally has a moment to savour after years of injury toil
  13. ITF — Fantastic five: Great Britain’s weekend on the ITF World Tennis Tour
  14. Yonhap News Agency — SeoulOpen begins25October: Cilic, Kwon and Chung
  15. Seoul Open — 2026SeoulOpen tournament information
  16. Seoul Open — 2026SeoulOpen schedule
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