Wettkampftennis

Vier Spieler, ein Platz: sechs Begegnungen und klare Gruppenregeln

Spielformat und Rangfolge stehen vor dem ersten Ball fest. Das letzte Match ergänzt die Tabelle, statt ihre Regeln zu erfinden.

Hallenplätze an der University of Bath
September 2007: Hallenplätze im Sports Training Village der University of Bath, England.Adrian Pingstone ( Arpingstone ) · Public domain · WebP

Vier Spieler, die jeweils einmal gegeneinander antreten, benötigen sechs Einzel. Jeder trifft auf drei Gegner; zwölf Spielereinsätze geteilt durch zwei Personen pro Match ergeben sechs Begegnungen. Eine Gruppe bei den ATP Finals verwendet dieselbe Viererstruktur. Für einen Vereinsnachmittag bedeutet das: Auch nach einer Niederlage zum Auftakt bleiben zwei weitere Gegner und damit feste Spielgelegenheiten.

Auf einem Platz müssen Spiellänge, Pausen und Rangfolge vorher feststehen. Sechs professionelle Einzel über zwei Gewinnsätze brauchen einen anderen Zeitrahmen als viele Vereinsbuchungen. Das Rechenbeispiel hier verwendet deshalb ein gesondert vereinbartes Format über einen Satz. Bei den tatsächlichen ATP Finals werden alle Einzel einschließlich des Endspiels über zwei Gewinnsätze mit Tiebreak gespielt.

Paarungen und Platzzeit zusammen planen

Mit den Bezeichnungen A, B, C und D entstehen AB, AC, AD, BC, BD und CD. Zuerst wird diese vollständige Liste festgelegt, anschließend die Länge der Begegnungen. Bei Einsatzspielen gelten für alle dieselben Regeln zum Abschluss von Games und Satz. Falls die Buchung zu knapp ist, kann die nächste Veranstaltung kürzer angesetzt oder länger gebucht werden. Ein einheitliches Format während der gesamten Runde macht die Ergebnisse vergleichbar.

Beispiel einer Reihenfolge auf einem Platz
SpielPaarung
1A – B
2C – D
3A – C
4B – D
5A – D
6B – C

Diese Reihenfolge enthält jede Paarung einmal, verteilt die Pausen aber unterschiedlich. A spielt die Begegnungen eins, drei und fünf. D spielt vier und fünf direkt hintereinander, C zwei und drei. Verschiedene Matchlängen erzeugen zusätzlich unterschiedliche Ruhezeiten. Eine vorher vereinbarte Mindestpause hilft bei der Organisation. Beim nächsten Treffen können die Buchstaben neu verteilt werden, damit dieselbe Person nicht ständig dieselben aufeinanderfolgenden Einsätze erhält.

Zur Buchung gehören auch Einspielen, Wechsel zwischen den Partien und Erholung. Frühere Spielzeiten der Gruppe liefern eine bessere Schätzgrundlage als ein frei erfundener Durchschnitt. Während des Treffens werden Restzeit und ausstehende Partien verglichen. So wird ein Zeitproblem früh sichtbar, statt erst den letzten beiden Spielern aufgebürdet zu werden.

Öffentliche Tennisplätze mit Spielstandtafeln im North Common in Nashua, New Hampshire
2017-07-31 · Öffentliche Tennisplätze mit Spielstandtafeln im North Common in Nashua, New Hampshire.MarkBuckawicki · CC0 · JPEG

Siege, Sätze und Games gemeinsam notieren

Die ATP Finals vergleichen zunächst Siege, dann die Zahl gespielter Matches. Bei zwei Gleichstehenden entscheidet anschließend das direkte Duell. Bei drei Spielern folgen Satzquote, Gamequote und die vorgeschriebene Ranglistenreferenz. Das offizielle Beispiel ordnet 2:1 vor 2:0 ein: Bei gleicher Siegzahl hat der erste Spieler mehr Partien absolviert.

Im Vereinsformat über einen Satz entspricht jeder Matchsieg einem Satzgewinn. Drei Spieler mit 2:1 haben deshalb alle eine Satzquote von 2/3. Wenn anschließend die Gamequote verwendet werden soll, muss jedes Endergebnis vorliegen. Beide Spieler bestätigen den Spielstand vor dem Verlassen des Platzes. Nur den Sieger einzutragen und die Games später aus dem Gedächtnis zu ergänzen, macht die Auswertung unnötig unsicher.

Hartplätze im Curtiss Park in Saline, Michigan
28. Oktober 2010: Hartplätze im Curtiss Park, Saline, Michigan.Dwight Burdette · CC BY 3.0 · JPEG

Ein Rechenbeispiel mit drei Spielern bei zwei Siegen

Fiktive Ergebnisse für das Beispiel
PaarungErgebnis des zuerst genannten Spielers
A – B6–2
B – C6–4
C – A7–5
A – D6–3
B – D6–3
C – D6–3

A gewinnt gegen B und D, verliert aber gegen C. B schlägt C und D, verliert gegen A. C besiegt A und D, unterliegt B. Alle drei stehen bei 2:1 und bilden im direkten Vergleich einen Kreis. Nur A gegen B herauszugreifen würde die Stellung von C offenlassen. Deshalb wird das vorher vereinbarte nächste Kriterium auf die gesamte Gruppe angewendet.

Gamequoten aus allen Gruppenspielen
SpielerMatchbilanzGewonnene / alle GamesGamequote
A2–117/2958.62%
B2–114/2751.85%
C2–117/3154.84%
D0–39/2733.33%

A erzielt 6:2 gegen B, 5:7 gegen C und 6:3 gegen D. Das sind 17 gewonnene und zwölf verlorene Games: 17 von insgesamt 29, also rund 58,62 Prozent. B erreicht 14 von 27 beziehungsweise 51,85 Prozent; C kommt auf 17 von 31 beziehungsweise 54,84 Prozent. Nach der Gamequote lautet die Reihenfolge A, C, B. Auch Games aus verlorenen Partien gehen in diese Berechnung ein.

A und C gewannen jeweils 17 Games, haben aber unterschiedliche Quoten: A spielte insgesamt 29 Games, C dagegen 31. Nur die gewonnenen Games zu zählen würde beide gleich erscheinen lassen. Der Nenner zeigt den Unterschied. Deshalb bleiben auch die verlorenen Games erhalten, damit ein anderer Teilnehmer die Berechnung aus dem Ergebnisblatt wiederholen kann.

Verglichen werden zunächst die ungerundeten Brüche. Erst für die Anzeige werden einheitlich etwa zwei Nachkommastellen verwendet. Zu frühes Runden kann nahe beieinanderliegende Werte gleich aussehen lassen. Die ursprünglichen gewonnenen und verlorenen Games bleiben deshalb in der Tabelle, damit alle Teilnehmer die Berechnung nachvollziehen können.

Bei zwei verbleibenden Gleichstehenden zurück zum direkten Duell

Trennt das ATP-Verfahren bei drei Gleichstehenden einen Spieler ab, während die anderen beiden gleich bleiben, entscheidet zwischen diesen beiden wieder das direkte Duell. Beispielsweise kann ein Spieler eine bessere Satzquote haben, während die beiden anderen dieselbe Quote besitzen. Das unterscheidet sich von unserer Tabelle, in der alle drei Gamequoten verschieden sind.

Für die meisten Vereinsgruppen steht keine ATP-Rangliste als letzter Maßstab zur Verfügung. Der letzte Schritt muss daher vorher vereinbart werden: etwa ein geteilter Platz oder ein zusätzliches Entscheidungsspiel bei ausreichender Zeit. Bei Verletzung oder Abbruch wird der tatsächliche Stand festgehalten und die Begegnung als unvollständig markiert. Eine vorher festgelegte Behandlung verhindert, dass erfundene Games die Tabelle scheinbar vervollständigen.

  • Vorher: sechs Paarungen, Spielformat, Mindestpause, Gleichstandsregeln und Behandlung unvollständiger Matches auf ein Blatt schreiben.
  • Nach jedem Spiel: Ergebnis gemeinsam bestätigen und Match-, Satz- sowie Gamebilanz aktualisieren.
  • Am Ende: Siege und Matchzahl prüfen, dann je nach Zahl der Gleichstehenden direkte Duelle oder Quoten anwenden.
  • Beim nächsten Treffen: Dauer und Pausen für die Buchung nutzen und Buchstaben neu verteilen.

Bei den ATP Finals kommen aus zwei Gruppen jeweils zwei Spieler in überkreuz angesetzte Halbfinals. Eine Vierergruppe im Verein kann nach sechs Partien enden. Soll ein Finale folgen, werden zusätzliche Platzzeit und Pause von Beginn an eingeplant. Das Ziel entscheidet, welche Rolle die sechs Ergebnisse im Ablauf des Tages spielen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Nitto ATP Finals / ATP — ATP Finals rules and group ranking procedure
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