Velocity MLT oder RIP Control 1,25? Steifigkeit und Reibung liefern verschiedene Antworten
RIP Control hat den niedrigeren Steifigkeitswert, Velocity MLT das höhere Reibungsverhältnis. Entscheidend ist, welche Eigenschaft du bei der nächsten Besaitung untersuchen möchtest.

RIP Control 1,25 liegt im Vergleich von Tennis Warehouse University bei einer Steifigkeit von 137,7 lb/in, Velocity MLT 1,25 bei 153,2 lb/in. In der Spalte zum Spinpotenzial ist die Reihenfolge umgekehrt: Velocity erreicht ein Reibungsverhältnis von 5,5, RIP Control von 4,2. Beide Werte können einen sinnvollen Grund für eine Vorauswahl liefern. Welcher zuerst zählt, hängt davon ab, was du mit der nächsten Besaitung verändern möchtest.
Beide Einträge nennen Stärke 17 und 1,25 mm, eine Referenzspannung von 51 lb sowie die Datenbankeinstellung Fast. Gleicher Durchmesser und gleiche Bedingungen der Steifigkeitsmessung machen Velocity MLT und RIP Control zu einem hilfreichen Vergleich ihrer unterschiedlichen Konstruktionen.
Modell und Durchmesser gehören zum Messwert
| Datenbankeintrag | TWU-Materialgruppe | Referenzspannung / Tempo | Steifigkeit, lb/in | Reibungsverhältnis |
|---|---|---|---|---|
| Head Velocity MLT 17 (1.25) | Nylon | 51 lb / Fast | 153,2 | 5,5 |
| Head Rip Control 17 (1.25) | Nylon / Polyolefin | 51 lb / Fast | 137,7 | 4,2 |
Der Steifigkeitswert von RIP Control liegt in diesen Zeilen um 15,5 lb/in niedriger. Hier werden dieselbe physikalische Größe und dieselben Einheiten verglichen. Notiere deshalb den vollständigen Namen und Durchmesser: Velocity MLT Power bezeichnet ein anderes Produkt, und eine dickere RIP Control ergibt einen anderen Vergleich. Die Materialgruppe stammt von TWU und hilft bei der Zuordnung des Datensatzes. Für die vollständige Faserrezeptur wären entsprechende Herstellerangaben erforderlich.
Schreibe vor dem Kauf auf, was dich an deiner aktuellen Besaitung stört. Fühlt sich der Aufprall hart an, schwankt die Abflughöhe, musst du für Länge viel Kraft einsetzen oder verändert sich die Reaktion erst nach mehreren Einsätzen? Solche konkreten Beobachtungen geben der Tabelle einen Zweck. Wer einen geringeren Widerstand gegen schnelles Dehnen sucht, stellt eine andere Frage als jemand, der die Bewegung an den Saitenkreuzungen untersuchen will.
Die Einheit lb/in beschreibt Steifigkeit
TWU erklärt dynamische Steifigkeit über die Kraft und die Dehnung einer Saite bei einem schnellen Aufprall. Die Einheit lb/in verbindet Kraft mit Verlängerung. Die separat genannten 51 lb sind dagegen die Referenzspannung des Versuchs. Wer beide Einheiten mitliest, verwechselt den hohen Steifigkeitswert nicht mit einer Einstellung an der Besaitungsmaschine. Verglichen wird die Reaktion der geprüften Saite auf eine bestimmte Belastung.
Ein loses Stück Saite langsam mit den Fingern zu ziehen erzeugt eine andere Belastungsgeschwindigkeit und einen anderen Ausgangszustand. Die vergleichbaren Messwerte helfen zunächst bei der Kandidatenauswahl. Anschließend zählt der fertig besaitete Schläger: Kopfgröße, Saitenlänge, Besaitungsmuster, Montage und bisherige Nutzung wirken gemeinsam auf die Reaktion des Saitenbetts. Halte deshalb möglichst viel davon konstant, wenn du die beiden Produkte ausprobierst.
Wenn ein zu festes Aufprallgefühl dein Hauptproblem ist, liefert RIP Control 1,25 in diesem Paar den niedrigeren Steifigkeitswert und damit einen nachvollziehbaren ersten Kandidaten. Behalte Schläger, Griff und Balltyp bei. Besprich mit deinem Besaiter eine vertraute Referenzspannung innerhalb der Hinweise des Schlägerherstellers. Ein gleichzeitiger Wechsel von Rahmen und Spannung würde mehrere Veränderungen zusammenbringen und die spätere Zuordnung erschweren.

5,5 und 4,2 verbinden zwei Reibungskontakte
TWU berechnet das Spinpotenzial als Reibungskoeffizienten zwischen Ball und Saite geteilt durch den Reibungskoeffizienten zwischen Saite und Saite. Der Zähler betrifft den Kontakt zum Ball, der Nenner das Gleiten der Längssaiten auf den Quersaiten. Das dimensionslose Verhältnis fasst diese beiden Wechselwirkungen zusammen. Der höhere Wert der Velocity MLT macht sie interessant, wenn genau diese Kombination dein Auswahlkriterium ist.
TWU beschreibt diesen Index für dieselbe Saite längs und quer. Eine Polyester-Quersaite schafft ein neues Paar von Kontaktflächen. Notiere bei einer Hybridbesaitung deshalb die genauen Produkte für beide Richtungen.
Schnelle Dehnung und Gleiten an einer Kreuzung sind unterschiedliche mechanische Vorgänge. Deshalb kann eine Saite in einer Spalte vorn liegen und in der anderen zurückfallen. Wenn dir das Aufprallgefühl bereits gefällt und du eine andere Reaktion der Längssaiten erkunden möchtest, passt Velocity als Kandidat aus diesen beiden Reibungseinträgen unmittelbarer zu deiner Frage. Der niedrigere Steifigkeitswert der anderen Saite beantwortet eine andere Priorität.
Eine nachvollziehbare Gegenüberstellung vorbereiten
Nutze zwei ähnliche Rahmen, falls du sie bereits besitzt, oder dokumentiere aufeinanderfolgende Besaitungen desselben Schlägers. Halte Produktname, Durchmesser, einheitliche Längs- und Quersaiten, Besaitungsdatum, Referenzspannung und eine mögliche Vordehnung fest. Bitte nach Möglichkeit denselben Besaiter um einen gleichbleibenden Ablauf. So konkurrieren weniger Änderungen mit dem Produktunterschied, den du beobachten möchtest.
Gib beiden Setups zunächst dieselbe Aufgabe. Als eigener Beobachtungsvorschlag bieten sich 20 Cross-Grundschläge in einen vorher festgelegten tiefen Bereich und danach 10 Aufschläge auf ein gewähltes Zielfeld an. Zuspiel und beabsichtigter Schwungeinsatz bleiben gleich. Bei der nächsten vergleichbaren Einheit wechselst du die Reihenfolge der Setups, damit nicht immer derselbe Kandidat bei voller Frische zuerst an die Reihe kommt.
| Eintrag | Dokumentation | Nutzen |
|---|---|---|
| Grundschlaglänge | Zieltreffer __ / 20; kurz __; lang __; Netz __ | Wiederkehrende Länge statt eines besonders guten Balls |
| Aufschlagziel | Zieltreffer __ / 10 bei festgelegtem Einsatz | Platzierung neben dem subjektiven Spineindruck |
| Aufprallgefühl | Kurze Notiz zu mittigem und außermittigem Treffen | Gefühl im Zusammenhang mit der Treffposition |
| Nutzung | Besaitungsdatum, Einheiten, sichtbarer Kreuzungsverschleiß | Produkt und tatsächlicher Zustand zusammen |
Lies das Fehlerbild zusammen mit dem Spielgefühl. Ein weich wirkendes Setup mit wiederholt zu langen Bällen stellt eine andere Folgefrage als ein fest wirkendes Setup mit kurzen Bällen. Beende zunächst den Produktvergleich bei den gewählten Einstellungen. Verändere anschließend nur eine Einstellung des bevorzugten Setups und wiederhole die Aufgabe. Damit reagiert die nächste Besaitung auf ein beobachtetes Problem.
Später die Kreuzungen erneut ansehen
Die TWU-Untersuchung vom 21. März 2013 betrachtete bei wiederholter Belastung Spannung, Steifigkeit und Reibung von Nylon- und Polyestersaiten. Spannungsbedingte Veränderungen und Veränderungen des Gleitens konnten gemeinsam auftreten. Das ist ein guter Grund, beide Beobachtungen festzuhalten: Ein Saitenbett kann leichter ausgelenkt werden, während die Bewegung an seinen Kreuzungen stärker eingeschränkt wird. Der Eindruck der ersten Einheit erfasst nur einen Zustand.
Prüfe nach vergleichbarer Nutzung den zentralen Treffbereich. Notiere Ausfransen, Kerben und häufig verschoben bleibende Längssaiten zusammen mit Veränderungen von Länge oder Aufprallgefühl. Ergänze das Datum und bewahre die Beobachtungen bei den ursprünglichen Besaitungsangaben auf. So verbinden deine Notizen das anfängliche Setup mit seinem späteren Zustand.

Den Kauf mit einer konkreten Frage verbinden
Eine erste Bestellung könnte lauten: „RIP Control 1,25 durchgehend, um den Kandidaten mit geringerer Steifigkeit im vertrauten Setup zu vergleichen.“ Eine andere wäre: „Velocity MLT 1,25 durchgehend, um bei gleichem Rahmen und gleichem Besaitungsverfahren den Kandidaten mit höherem Reibungsverhältnis zu beobachten.“ Beide Angaben liefern dem Besaiter ein klares Produkt und dir ein klares Beobachtungsziel. Speichere das Ergebnis mit Datum, damit die nächste Entscheidung an deine tatsächliche Spielerfahrung anschließt.
Quellen und weiterführende Informationen
- Tennis Warehouse University — String Performance Database — report saved September 8, 2026
- Tennis Warehouse University — String Stiffness: The Alpha and Omega of String Performance
- Tennis Warehouse University — String Spin Potential Tool
- Tennis Warehouse University — How Tennis Strings "Go Dead" — Part 1
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