Schläger & Ausrüstung

Gegengewicht im Griff: Die Balance kommt zurück, das höhere Swingweight bleibt

Entscheide vor einer Griffbeschwerung, ob du den Balancepunkt, die Gesamtmasse oder den Widerstand gegen Drehbeschleunigung verändern willst.

Verschiedene Overgrips für Tennisschläger
29. August 2013 · Verschiedene Overgrip-Modelle.LordOider · CC BY-SA 3.0 · JPEG

Zusätzliche Masse an beiden Enden kann den Balancepunkt fast an seinen Ausgangsort zurückbringen und zugleich die Rotation deutlich verändern. Im folgenden Rechenbeispiel erhält ein hypothetischer 300-g-Schläger an Spitze und Griffende jeweils 5 g. Die Balance wandert von 32,00 auf 32,06 cm, das Swingweight steigt von 320 auf 337,32 kg·cm². Hinter einem vertrauten Balancewert kann also eine deutlich veränderte Massenverteilung stehen.

Das betrifft eine typische Entscheidung beim Anpassen: Eine Beschwerung am Kopf bringt die gewünschte Reaktion beim Treffen, doch nun kommt der Schläger später an den Ball. Daraufhin wird Masse im Griff ergänzt. Diese verschiebt den Schwerpunkt in Richtung Hand. Um zu beurteilen, ob das die eigentliche Schwierigkeit löst, brauchst du drei getrennte Angaben: Gesamtmasse, Balancepunkt und Swingweight um die angegebene Messachse.

Balance und Rotation berücksichtigen den Abstand unterschiedlich

Die Balance bezeichnet den Schwerpunkt des Schlägers. Tennis Warehouse University beschreibt ihn als die Stelle, an der der Schläger auf einer schmalen Auflage waagerecht im Gleichgewicht bleibt. Masse auf einer Seite kann durch ihren Abstand zur Auflage die andere Seite ausgleichen. Dieser Wert beschreibt die Lage der zusammengefassten Masse bei der Betrachtung des statischen Gleichgewichts.

Swingweight beschreibt den Widerstand gegen eine Änderung der Winkelgeschwindigkeit um eine bestimmte Achse. Ein zusätzliches Massestück trägt entsprechend seiner Masse multipliziert mit dem Quadrat seines Abstands zur Achse bei. Dieses Quadrat ist entscheidend: Masse unterhalb und oberhalb der Achse erhöht jeweils das Trägheitsmoment. Auch wenn beide Zugaben den Balancepunkt in verschiedene Richtungen verschieben, bleiben beide Beiträge zur Rotation bestehen.

Beginne mit derselben spielbereiten Ausstattung. Dazu gehören Saiten, Basisgriffband, Overgrip, Dämpfer und bereits angebrachtes Zusatzmaterial. Die unbesaitete Katalogmasse und die Waagenanzeige eines vollständig ausgestatteten Schlägers beschreiben verschiedene Ausgangszustände. Wiege ein Zubehörteil tatsächlich, wenn du es verwendest; die 5-g-Stücke dieses Beispiels sind gewählte Rechengrößen.

Ein hypothetischer Schläger in fünf Konfigurationen

Rechenbeispiel mit Punktmassen. Ausgangswerte: 300 g, Balance 32,00 cm ab Griffende, Swingweight 320 kg·cm² um eine Achse 10 cm ab Griffende. Die Spitze wird bei 68 cm angesetzt.
Zusatzmasse und PositionGesamtmasse, gBalance ab Griffende, cmSwingweight, kg·cm²
Keine30032,00320,00
5 g bei 0 cm30531,48320,50
5 g bei 10 cm30531,64320,00
5 g bei 68 cm30532,59336,82
Je 5 g bei 68 und 0 cm31032,06337,32

Die Zugabe allein am Griffende verschiebt die Balance von 32,00 auf 31,48 cm in Richtung Hand. Die Masse steigt auf 305 g und das Swingweight geringfügig auf 320,50. Eine Punktmasse genau auf der gewählten 10-cm-Achse verschiebt ebenfalls die Balance, liefert aber keinen zusätzlichen Rotationsbeitrag um genau diese Achse. Der Ort bestimmt, welche Größe stark und welche wenig verändert wird.

Die Spitze liegt 58 cm von der Messachse entfernt, weshalb die gleiche Masse dort einen deutlich größeren Beitrag liefert. Weitere 5 g am Griffende bringen anschließend die Balance wieder nahe an den Ausgangswert. Die Kombination wiegt jedoch 310 g und hat ein Swingweight von 337,32. Entfernt man beide Zugaben, kehrt dieses idealisierte Beispiel zu den Anfangswerten zurück; das Griffgewicht allein lässt die Kopfmasse samt ihrem Beitrag am Schläger.

Ein Schläger mit Zusatzband am Rahmen
15. Februar 2008 · Ein Pro Staff 6.0 mit Band auf 3, 9 und 12 Uhr.Naturalgut · CC BY-SA 3.0 · WebP

Warum die zusätzliche Trägheit bei ähnlicher Balance erhalten bleibt

Für die Balance multiplizierst du jede Masse mit ihrer Position ab Griffende, addierst die Produkte und teilst durch die neue Gesamtmasse. Bei je 5 g an beiden Enden ergibt sich (300 × 32 + 5 × 68 + 5 × 0) / 310 = 32,0645… cm. Das neue Material auf beiden Seiten bringt den gemeinsamen Schwerpunkt nahe an seine bisherige Lage.

Zum Swingweight trägt eine Zusatzmasse m in Gramm an der Position x in Zentimetern den Wert (m / 1000) × (x − 10)² bei. An der Spitze sind das 0,005 × 58² = 16,82, am Griffende 0,005 × 10² = 0,50 kg·cm². Zusammen mit dem Ausgangswert 320 ergeben sich 337,32. Das TWU-Arbeitsblatt zeigt für dieselben Eingaben nach Rundung 310 g, 32,06 cm und 337,3.

Die Gleichungen haben unterschiedliche Aufgaben. Balance bestimmt aus Masse und Position einen Schwerpunkt; Swingweight nutzt den quadrierten Abstand zur festgelegten Achse für das Trägheitsmoment. Zwei fertige Schläger können ähnliche Balancepunkte haben und trotzdem unterschiedliche Materialmengen an den Enden tragen. Notiere deshalb die Messachse und die Einheit zusammen mit dem Rotationswert.

Die beobachtete Schwierigkeit bestimmt den nächsten Schritt

Möchtest du die Kopfmodifikation behalten und nur eine andere Balance erkunden, ist zusätzliche Griffmasse ein direkter Weg zu dieser Kombination. Du akzeptierst dabei eine höhere Gesamtmasse und behältst das Material am Kopf. Beobachte die Schläge, die für dich wichtig sind, einschließlich Vorbereitung und Richtungswechsel. Der Eindruck beim ruhigen Halten ist nur eine von mehreren Beobachtungen.

Hat das Problem erst nach der Kopfbeschwerung begonnen und betrifft das Starten oder Umlenken des Schlägers, vergleiche zunächst eine geringere Menge dieses Zusatzmaterials. Damit verringerst du unmittelbar den zuvor veränderten Beitrag. Mehr Masse im Griff untersucht dagegen, ob die grifflastigere Balance nützlich erscheint, während die zusätzliche Rotationsträgheit erhalten bleibt.

Vor der nächsten Änderung die Vergleichsfrage festlegen.
Deine FrageSinnvoller VergleichGemeinsam notieren
Kopfänderung behalten, Balance verändern?Aktueller Zustand gegen gleiche Kopfmasse plus gewogene GriffzugabeMasse, Balance, Swingweight
Änderung durch Kopfgewicht zurücknehmen?Aktueller Zustand gegen weniger zuvor angebrachte KopfmasseEntfernte Masse und Position
Zweiten Schläger angleichen?Beide Rahmen mit gleichem Saiten- und ZubehörzustandAlle drei Messwerte und die Methode

Gib dem Vergleich eine wiederholbare Aufgabe. Wechsle beispielsweise bei gleichem beabsichtigtem Einsatz zwischen kompakten Returns und längeren Grundlinienschwüngen. Notiere späten Treffpunkt, Länge und hektische Vorbereitung. Das ist ein Beobachtungsvorschlag für deine eigenen Einheiten. Lass Ergebnisfelder bis zum Spielen leer und benenne beide Setups so genau, dass du sie wiederherstellen kannst.

Kleine Unterschiede verlangen eine gleichbleibende Messung

TWUs Heimmethode nutzt einen an einer Saite aufgehängten Schläger, Masse, Balance, Aufhängungsabstand und die Zeit für zehn vollständige Schwingungen. Eine Schwingung geht hin und zurück. Die Anleitung empfiehlt kleine Ausschläge von ungefähr 2,5–5 cm zu jeder Seite, zunächst ruhige Bewegung und den Mittelwert aus zwei oder drei Zeitnahmen. Gleichbleibende Abstände und dieselbe Zählweise sind dabei entscheidend.

Halte neben dem Mittelwert auch die Streuung der Wiederholungen fest. Je kleiner die vermutete Änderung, desto wichtiger ist eine konsistente Messung, bevor du sie dem Zubehör zuschreibst. Verwende dieselbe Aufhängungsstelle, Ausgangsausstattung und Zählkonvention. Im Fachgeschäft sollten beide Konfigurationen auf demselben Gerät gemessen und die tatsächlichen Werte festgehalten werden.

Eine brauchbare Abschlussnotiz benennt Erhaltenes und Geändertes: Die Kopfmasse blieb, am Griff kam eine gewogene Menge hinzu, die Balance wanderte zur Hand und die Gesamtmasse stieg. Ergänze den Rotationswert und dein beobachtetes Schlagbild. So kannst du entscheiden, ob du die neue Balance behältst, die Kopfzugabe reduzierst oder zur ursprünglichen Konfiguration zurückkehrst.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Tennis Warehouse University — Tennis Racquet Weight, Balance, and Swingweight
  2. Tennis Warehouse University — Customization Worksheet Tool
  3. Tennis Warehouse University — Do-It-Yourself Swingweight
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